Die Fellpflege der Katze

Auch wenn gesunde Katzen einen großen Teil ihrer Fellpflege selbst übernehmen: Mit einigen kleinen Maßnahmen können die Hautgesundheit und der Fellzustand durch den Menschen positiv beeinflusst werden.

Der Fellwechsel der Katze

Der Fellzyklus der Katze beinhaltet vier verschiedene Phasen in einem sogenannten Mosaikmuster. Das bedeutet, dass unterschiedliche Fellbüschel sich zeitgleich jeweils in verschiedenen Stadien des Zyklus befinden.

1. Anagenphase

Die in der Katzenhaut verankerten Haarpapillen bilden am Anfang dieser Phase eine neue Haarwurzel aus. Aus der Wurzel entwickelt sich dann das Haar und wächst bis zur nächsten Phase des Haarzyklus. Eine alternative Bezeichung für dieses Stadium des Haarzyklus lautet daher Wachstumsphase. Für den Wachstumsprozess benötigt das Haar Nährstoffe, die ihm ausschließlich in der anagenen Phase über die Verbindung mit kleinen Blutgefäßen zur Verfügung gestellt werden. Das Fell der Katze wächst dabei durchschnittlich 0,3 Millimeter pro Tag. Auf welche Länge das Fell heranwächst und nach welcher Zeit sich die zweite Phase anschließt, ist zum größten Teil genetisch bestimmt.

2. Katagenphase

Wenn das Fellhaar sein Wachstum abschließt, beginnt die katagene Phase. Das Haar, welches nun seine Endgröße erreicht hat, wird von der Versorgung mit Blut und Nährstoffen abgetrennt. Dadurch können die Haarwurzeln keine neuen Zellen produzieren und die Haare nicht mehr weiter wachsen.

3. Telogenphase

In der telogenen Phase ruht das von der Wurzel getrennte Haar im Haarfollikel. Während des Sommers befinden sich ungefähr 50 Prozent des Fells der gesunden Katzen in der telogenen Phase.

4. Exogenphase

Der telogenen Phase schließt sich die exogene Phase an, in welcher das Haar abgestoßen wird. Nach dem Ausfallen des Haares kann sich eine neue Wurzel in der Haarpapille bilden. Folgt hingegen das sogenannte kenogene Stadium, wächst zunächst kein neues Fell. Dieser Mechanismus der kenogenen Phase hilft dabei, die Dichte des Fellkleides in den warmen Monaten zu reduzieren.

Die Ursachen von verstärktem Haaren bei der Katze

Ein verstärkter Abwurf von Fell ist bei Katzen vor allen Dingen im Frühling und im Herbst vorzufinden. Denn wenn der Wechsel in das Sommer- oder Winterfell stattfindet, werden größere Teile des vorangegangenen Haarkleids abgeworfen. Auslösend für den Fellwechsel ist die Tageslänge. Kürzer werdende Tage führen zu einer vermehrten Produktion von Haaren für ein dichtes, isolierendes Winterfell. Dieses ist besonders dicht, wenn die Katze niedrigeren Temperaturen ausgesetzt ist. Freigänger entwickeln daher in der Regel ein ausgeprägteres, stärkeres Winterfell. Bei Katzen in reiner Wohnungshaltung findet diese Art des saisonalen Fellwechsels oft nicht statt. Der Körper sieht dafür durch das künstliche Licht und die dauerhaft moderaten Temperaturen keine Notwendigkeit. In Folge haaren die so gehaltenen Katzen oft dauerhaft, dafür in wesentlich geringeren Mengen.

Neben dem natürlichen Prozess des Fellwechsels gibt es jedoch noch weitere Ursachen für das verstärkte Haaren von Katzen. Mit Abstand am häufigsten ist der Haarverlust auf übermäßiges Putzverhalten zurückzuführen. Das exzessive Belecken des Haarkleids kann Haare herausreißen und beschädigen. Dieses Verhalten wird oft verursacht durch:

  • entzündete Hautstellen
  • unentdeckte Pilzinfektionen
  • verfilzte Fellbereiche
  • unbehandelte Allergien
  • Flohbefall
  • verhaltensbedingte Leckdermatitis durch Stress
  • Schmerzen durch Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Arthrose

Daneben können unterschiedliche Erkrankungen wie die Schilddrüsenüberfunktion, Tumore der Geschlechtsorgane oder eine Kastration für verstärkten Haarverlust verantwortlich sein.

Typische Fellprobleme der Katze

Neben verstärktem Fellverlust gibt es noch eine Reihe weiterer Auffälligkeiten von der Haut und dem Fell der Katze. Sie erfordern entweder verstärkte Pflege, eine Anpassung der Ernährung oder die Konsultation in einer veterinärmedizinischen Praxis.

Anzeichen für Erkrankungen

  • haarlose, kahle Stellen
  • verhornte Knochenvorsprünge
  • Haarverlust an den Schläfen
  • trockene, krustige Haut
  • sichtbare Hautschüppchen
  • übelriechende Hautbereiche
  • blutiger Schorf
  • übermäßig fettiges Fell

Anzeichen für Pflegemängel

  • verfilzte Fellstellen
  • verklebte Fellregionen

Anzeichen für eine mangelhafte Ernährung

  • stumpfes, glanzloses und brüchiges Fell

Die optimale Pflege für unterschiedliche Felltypen

Die Katze pflegt ihr Fell mit ihrer rauen Zunge in der Regel intensiv und gründlich. Dennoch profitieren nahezu alle Katzen von zusätzlichen Pflegemaßnahmen. Regelmäßiges Bürsten entfernt lose im Fell liegende Haare, wodurch Verfilzungen vermieden werden. Tote Hautzellen und Schmutz lassen sich so auch entfernen. Bürsten führt darüber hinaus zur vermehrten Durchblutung, was sich positiv auf die Hautgesundheit auswirkt. Besonders langhaarige Katzen, die zu Filzknoten neigen und Katzensenioren, welche sich nicht mehr so gut selbst pflegen, profitieren von der Fellpflege durch ihre Besitzer/innen. Zu Verfilzungen neigende Körperstellen befinden sich vor allen Dingen hinter den Ohren, an den Achseln und an den Hinterbeinen. Während des Bürstens ist es außerdem möglich, die Haut genauer auf kleine Wunden, Erhebungen und raue, rissige Hautstellen hin zu untersuchen. Für kurzhaarige Katzen ist in der Regel zweimaliges Bürsten pro Woche ausreichend. Langhaarkatzen, besonders solche mit dichtem Unterfell, benötigen mitunter mehr Pflege.

Besonders im Fellwechsel hilft die Fellpflege durch den Menschen, die Anzahl der verlorenen Haare in der Wohnung zu reduzieren. Manche Katzen neigen dazu, die durch das eigenständige Putzen aufgenommenen Haare in kompakten Bällchen hervorzuwürgen. Die Neigung zur Bildung von Haarballen kann gefährlich sein. Größere Knäule verursachen manchmal einem gefährlichen Magen- oder Darmverschluss. Besonders verdauungssensible Katzen mit langem Fell sind gefährdet. Ein weiterer Hinweis für die Aufnahme von zu großen Fellmengen während des Putzvorgangs ist das Vorkommen zahlreicher Haare im Kot der Katze. Diesen Tieren hilft tägliches Bürsten enorm, denn dann nehmen sie weniger Haare auf und die Gefahr einer Blockierung der Verdauungsorgane wird verringert.

Unterstützung für Haut und Fell der Katze durch die Ernährung

Die Zellen der Haut verhindern, dass Bakterien und andere gesundheitsgefährdende Mikroorganismen in den Körper eindringen. Ein Mangel der Nährstoffe Protein und Fett schwächt die schützende Hülle der Hautzellen. Folglich ist die Haut nur unzureichend in der Lage, ihre abschirmende Funktion aufrechtzuerhalten. Eine ungenügende Proteinversorgung wirkt sich negativ auf das Fell aus, welches dadurch trocken, schwach und brüchig wird.

Besonders die schwefelhaltigen Eiweißbausteine wie Methionin spielen für die Gesundheit von Haut und Haar eine wichtige Rolle. Vor allen Dingen während des Fellwechsels und bei älteren Katzen, die Protein insgesamt schwerer verwerten, bietet sich daher die Zufütterung von hochwertigen Proteinquellen an.

Zu geringe Mengen von Vitamin A, Vitamin E, Kupfer und Zink wirken sich negativ auf die Regenerationsfähigkeit und den Stoffwechsel der Haut aus.

Neben Proteinen ist auch das Vitamin Biotin von großer Bedeutung, denn der Körper benötigt es für die Bildung der Zellen von Haut und Fell.

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Quellen

Ferrer, Lluís. “Manual of Skin Diseases of the Dog and Cat.” Veterinary Dermatology, vol. 23, no. 1, 2011

Campbell, K.L. (ed) and Lichtensteiger, C.A. (2004) Structure and function of the skin. In: Small Animal Dermatology Secrets. Hanley and Belfus, Philadelphia

Jenkinson, D.M. (1990) Sweat and sebaceous glands and their function in domestic animals. In: von Tscharner, C. and Halliwell, R.E.W. (eds). Advances in Veterinary Dermatology I. p. 229. Bailliere Tindall, Philadelphia

R. Lechowski, E. Sawosz and W. Klucinski, " The Effect of the Addition of Oil Preparation with Increased Content of n-3 Fatty Acids on Serum Lipid Profile and Clinical Condition of  Cats with Miliary Dermatitis ," Zentralblatt für Veterinärmedizin 45, Agricultural University of Warsaw, Poland, September 1998, 417-24.

Peters, S. (2015). DermaSkills Dermatologie in der Kleintierpraxis - Diagnostik mit System. Stuttgart: Schattauer GmbH.

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