Fell- und Hautgesundheit der Katze

Das seidige Fell der Katzen lädt nicht nur zum Streicheln ein, es erfüllt auch zahlreiche wichtige Funktionen. Ein gesundes Fell und eine intakte Hautbarriere sind daher notwendige Bedingungen für das Wohlbefinden der Katze.

Der Aufbau der Haut von Katzen

Die Haut der Katze nimmt bis zu einem Viertel ihres Gesamtgewichts ein. Als größtes Organ besitzt die Haut viele wichtige Funktionen. Sie bildet eine 0,4 bis 2 Millimeter dicke Schicht, welche die inneren Organe sowie die Muskeln und das Skelett der Katze schützend bedeckt. Verschiedene Körperregionen der Katze besitzen eine dickere Haut als andere Stellen. Besonders dicke Hautstellen sind in der Region des Rückens und im Nacken lokalisiert, während die dünnsten Regionen am Bauch und an den Innenseiten der Schenkel liegen. Gleichermaßen wie Hund und Mensch besteht die Katzenhaut aus drei verschiedenen Schichten. Diese unterscheiden sich hinsichtlich ihres Aufbaus und ihrer Funktion.

Die Oberhaut

Die Epidermis bildet die äußerste Hautschicht. Pigmentbildende Zellen, die Melanozyten, liegen im unteren Bereich der Oberhaut. Dieser Zelltyp produziert Partikel, welche für die Färbung der Haut und des Fells verantwortlich sind. Den größten Einfluss auf die durch die Melanozyten produzierte Art und Verteilung der Farbpigmente hat die Genetik. Die ursprüngliche Färbung der Katze, die gestreifte graubraune Wildfärbung, tarnt die Katze in natürlicher Umgebung perfekt. Das ermöglicht eine effiziente Jagd auf Beutetiere.

Durch die Domestikation und die gezielte Zucht sind verschiedenste Farbvarianten der Katze entstanden. So gibt es zahlreiche Farbformen und Scheckungen, die bei den Wildformen der Katze nicht auftreten.

Eine wichtige Aufgabe der Farbpigmente in der Haut, die als Melanin bezeichnet werden, ist der Schutz vor zellschädigender Sonnenstrahlung. Eine erhöhte Belastung mit UV-Strahlen der Sonne führt zu einer verstärkten Produktion von Melanin, wodurch die Haut dann besser geschützt ist. Weißen Katzen und solchen mit einem hohen Weißanteil fehlen aber die Melanozyten, welche folglich auch kein schützendes Melanin produzieren können. Daher sind Katzen dieser Färbung besonders gefährdet, Sonnenbrände und Hautkrebs zu erleiden. Das Hautkrebsrisiko ist bei weißen Katzen 13,4 mal größer als bei Katzen anderer Fellfarbe.

Im Verlauf des Alterns sterben die farbgebenden Zellen zunehmend ab. Dieser Prozess verläuft jedoch wesentlich langsamer als beim Hund, weshalb stark ergraute Katzen fast ausschließlich unter den hochbetagten Exemplaren zu finden sind.

Keratin ist einer der wichtigsten Stoffe in der Haut und dem Fell von Katzen. Keratin produzierende Zellen sitzen in großer Anzahl in der Epidermis. Nach ihrer Bildung wandern sie an die Oberfläche der Katzenhaut und verhornen während dieses Vorgangs zunehmend.

Beim Erreichen der obersten Hautschicht stellen sie sich nur noch als winzige, sehr kompakte Hornschuppen dar. In mehreren Lagen geschichtet, ummanteln die verhornten und abgestorbenen Zellen den Katzenkörper. Der Hornmantel sorgt dafür, dass den Körper schädigende Stoffe wie gefährliche Bakterien und Chemikalien nicht in ihn eindringen können. 

Zusätzlich verhindert die äußere Hautschicht, dass Wasser aus dem Körper austritt. Ohne diese Barriere würde der Körper der Katze austrocknen. Eine besonders dicke, verhornte Schutzschicht befindet sich an den unbehaarten Pfoten der Katze.

Die Lederhaut

Die Lederhaut, auch Dermis genannt, bildet die mittlere Hautschicht der Katze. Sie weist ein dichtes, aber auch sehr elastisches Gewebe auf. Die Dermis sorgt für eine bewegliche Körperoberfläche und ihre dichte Kompaktheit hat einen schützenden Effekt bei Risswunden. Das Gewebe der Lederhaut ist in der Lage, große Mengen Wasser zu speichern. Die Oberhaut wird über die vielen in der Dermis liegenden Blutgefäße mit Nährstoffen versorgt. Die Blutgefäße der Lederhaut erfüllen auch einen wichtigen Zweck bei der Thermoregulation der Katze. Muss sie ihren Körper abkühlen, weiten sich die Gefäße. Dadurch geben sie mehr Wärme nach außen ab. Der gegenteilige, wärmespeichernde Effekt wird durch die Verengung der Hautgefäße erreicht. Mehrere Zellen in der Lederhaut sind auf den Empfang unterschiedlicher Reize spezialisiert. So gibt es Rezeptorzellen in dieser Hautschicht, die auf Schmerzen, Druck oder die Wahrnehmung von Kälte spezialisiert sind.

Weiterhin ist in der Lederhaut die Haarbalgmuskulatur zu verorten. Sie sorgt für das Aufrichten der Haare bei Kälte und Stress. In beiden Fällen wird das Aufstellen der Haare nicht bewusst von der Katze gesteuert. Sind Stresshormone die Ursache für das aufgestellte Fell, richten sich vor allen Dingen die Haare des Rücken- und Schwanzbereiches auf.

Die Unterhaut

Die dritte Hautschicht der Katzen heißt Subcutis und beinhaltet vorrangig Bindegewebe und Fettzellen. Die Fettzellen sorgen für einen Kälteschutz und speichern Energie, Mineralstoffe und Vitamine. Außerdem polstert das Unterhautfettgewebe die Organe ab und schützt sie vor stoß- und druckbedingten Schäden.

Die Drüsen der Katze

In der Haut der Katze befinden sich zahlreiche Drüsen, die je nach Art unterschiedliche Flüssigkeiten absondern. Die Talgdrüsen produzieren Fett, welches eine ölige Schicht auf der Katzenhaut bildet. Es sorgt für ein geschmeidiges und glänzendes Fell und schützt vor dem Eindringen von schädlichen Stoffen und Mikroorganismen. Der größte Anteil der Talgdrüsen sitzt bei Katzen an der Schwanzwurzel und im Lippenbereich. Die schützende Ölschicht der Haut wird zudem mit dem Sekret der auf dem ganzen Körper verteilten apokrinen Drüsen vermengt.

Katzen besitzen darüber hinaus zahlreiche Duftdrüsen, wie beispielsweise die Zirkumoraldrüsen an den Lippen oder die Temporaldrüsen der Schläfenregion. Mittels der abgegebenen Duftstoffe kommunizieren die Katzen mit Artgenossen. In diesem Zusammenhang ist oft das Reiben der Katze mit ihrem Kopf an Gegenständen oder Menschen zu beobachten. Auf diese Art und Weise verteilt sie ihre geruchlichen Botschaften.

Das Fell der Katze

Alle Haare der Katze entspringen den in der Haut liegenden Haarfollikeln. Dort werden die Haarwurzeln und Haare in bestimmten zyklischen Abläufen gebildet. Jedem Follikel entspringen in der Regel mehrere Haare. Die Haarbüschel bestehen dabei aus einem größeren, derberen Deckhaar, welches von 3 bis 15 feineren Haaren umgeben ist. Die gröberen Deckhaare und Grannenhaare bieten vor allen Dingen Schutz vor Nässe, Sonnenstrahlung und Verletzungen. Darunter liegen die flaumigeren und dünneren Haare der Unterwolle, die vorrangig zur Isolation dienen.

Das Haarkleid der Katze erfüllt wichtige Aufgaben wie beispielsweise:

  • Schutz vor Sonnenstrahlung
  • Isolierschicht bei Kälte
  • Regenschutz
  • Kommunikation mit Artgenossen
  • Tarnung
  • Schutz der Haut

Insgesamt besitzt die Katze bis zu 30 000 Haare pro Quadratzentimeter. Die Fellhaare haben nur eine begrenzte Lebensdauer und fallen nach einiger Zeit aus, während sich an anderer Stelle neue Haare bilden. Dieser Kreislauf bedingt ein regelmäßiges Abstoßen toter Haare. Wie stark eine Katze haart, hängt von den Haltungsbedingungen, saisonalen Faktoren, der individuellen Gesundheit und der Rasse ab. Katzenrassen mit fehlender oder nur spärlich ausgeprägter Unterwolle verlieren nur wenig Fell.

Die Katze verfügt über zahlreiche Tasthaare, die fast dreimal so dick wie die restlichen Haare sind und wesentlich tiefer in die Haut hineinragen. Sie stehen mit vielen Nerven in Kontakt und helfen der Katze bei der Bewegungskoordination sowie bei der Orientierung in schlechten Sichtverhältnissen. Besonders im Kopfbereich finden sich zahlreiche dieser Tasthaare. Da die Tasthaare für die Katze eine so wichtige Bedeutung haben, sind Rassen wie die Sphynx- und Rexkatze kritisch zu sehen. Sie besitzen oft keine oder nur verkümmerte Tasthaare.

Die Felltypen der Katze

Grundsätzlich sind die verschiedenen Fellvarianten der Katze in Kurzhaarkatzen, Langhaarkatzen und haarlose Katzen eingeteilt. Während die erste Fellform die der ursprünglichen Wildkatze ist, sind die anderen beiden Varianten durch gezielte Selektion des Menschen entstanden.

Das Deckhaar der Kurzhaarkatzen wird nicht länger als 4 cm. Zu den typischen Rassevertretern gehören die Britisch Kurzhaar, die Burma-Katze und die Bengal-Katze. Langhaarkatzen weisen ein längeres Fell auf, was je nach Rasse bis zu 12 cm lang werden kann. Zu den Langhaarkatzen gehören die Maine Coon, Ragdoll und Perserkatze. Die sogenannten haarlosen Katzen sind in der Regel mit sehr kleinen Flaumhaaren bedeckt, sodass der Eindruck der Haarlosigkeit entsteht. Zu ihnen gehören die Kanadische Sphynx Katze und die russische Don Sphynx. Bei Rexkatzen fehlt durch eine spezielle Mutation das Deckhaar und sie besitzen nur kräuselige, weiche Wollhaare.

Gesundes Fell – Gesunde Katze

Der Fellzustand der Katze gibt Aufschluss über deren Gesundheit, da viele Haut- und Fellveränderung auf Krankheiten oder eine Mangelernährung deuten. Neben direkt an Haut und Fell ersichtlichen Symptomen wie einem stumpfen Fell sollte auch auf indirekte Anzeichen von geschädigter Haut geachtet werden. Hierzu gehören ein vermehrter Juckreiz, übermäßiges Putzen einzelner Fellstellen und kleinere Hautverletzungen unter dem Fell. Besonders Juckreiz kann ähnlich wie beim Menschen ein deutlicher Stressfaktor sein. Ein gesundes Haarkleid und eine intakte Haut der Katze zeichnen sich aus durch:

  • glänzendes Fell
  • dichte Haardecke ohne kahle Stellen
  • glatte Haut ohne Erhebungen und schorfige Stellen
  • Abwesenheit verfilzter Fellstellen

Quellen

Baker KP. Hair growth and replacement in the cat. Br Vet Journal 1974;130:327-35.

Waisglass SE, Landsberg GM, Yager JA, Hall JA. Underlying medical conditions in cats with presumptive psychogenic alopecia. J Am Vet Med Assoc 2006; 228: 1705–1709

Ferrer, Lluís. “Manual of Skin Diseases of the Dog and Cat.” Veterinary Dermatology , vol. 23, no. 1, 2011

Kristensen S. A study of skin desease in dogs and cats. I. Histology of the hairy skin of dogs and cats. Nord Vet-Med 1975;27:593-603

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