Wie kann ich meine Katze im Alter unterstützen?

Die Seniorenkatze kann mit einigen Maßnahmen und Hilfestellungen seitens ihrer Besitzer/innen noch für eine lange Zeit das Leben genießen. Wer die speziellen Bedürfnisse der alternden Katze beachtet, ermöglicht ihr ein würdevolles und gesundes Altern.

Optimales Gestalten des Wohnumfeldes

Jüngere Katzen sind zu erstaunlichen Kletter- und Sprungkünsten in der Lage. Viele von ihnen klettern gern auf die erhöhten Liege- und Spielplätze ihres Kratzbaums. Mit fortschrittlichem Alter fällt es den Tieren jedoch zunehmend schwerer, Objekte erfolgreich zu erklimmen. Ihre Mobilität und Kraft lässt nach, die Absturzgefahr hingegen zu. Um der alternden Katze dennoch ein komfortables Wohnen zu ermöglichen, ist es sinnvoll, kleine Anpassungen zu leisten. Schwer erreichbare, aber sehr beliebte Ruhestellen können mit kleinen Rampen oder Klettermöglichkeiten versehen werden. Gern genutzte Stellen in der Wohnung, beispielsweise Fensterbänke, sind oft nur mit einem größeren Sprung erreichbar. Auch hier bieten sich kleine Rampen oder das Aufstellen von Zwischenstationen wie Stühlen oder Kartons an. Fallen dem Senior auch kleinere Sprünge und Kletteraktionen schwer, schaffen kleine, weiche auf dem Boden errichtete Inseln aus Kissen und Decken Abhilfe. Viele Katzensenioren nehmen diese Möglichkeit gern an. Stehen mehrere solcher bodennahen Liegestellen zur Verfügung, ist die Akzeptanz dieser Alternativen oft besonders hoch.

Manche Senioren können sich nicht mehr ausreichend über einen längeren Zeitraum an ihrem Kratzbaum aufrichten. Um dennoch die Befriedigung des Kratzbedürfnisses zu gewährleisten, sind horizontal aufgestellte Kratzbretter und sogenannte Kratzpappen hilfreich.

Im fortgeschrittenen Seniorenalter entwickeln zudem viele Katzen Probleme mit glatten Böden. Die geringere Muskelkraft und Koordinationsfähigkeit erschwert ihnen den Halt auf rutschigen Oberflächen. Eine Ausstattung mit rutschfesten Untergründen wie Auslegeware auf besonders häufig genutzte Wegen innerhalb des Hauses verhindert, dass die Katze ausrutscht.

Eine weitere Folge der Muskelschwäche zeigt sich bei den Krallen der Katze. Die Senioren sind gelegentlich nicht in der Lage, ihre Krallen wieder vollständig einzufahren, weswegen sie dauerhaft weiter herausstehen als gewöhnlicherweise. Die betroffenen Katzen bleiben in Teppichmaterialien wie Schlingenflor sehr leicht hängen und können sich dadurch verletzen. Im Sinne des Katzenseniors sind daher andere Teppicharten geeigneter.

Schlafplätze für die Seniorenkatze

Den Vorlieben vieler älteren Katzen zufolge sollte das Katzenbett vor allen Dingen warm und weich sein. Beide Eigenschaften haben einen nachvollziehbaren Hintergrund. Der körperliche Abbau führt durch den reduzierten Anteil an Muskulatur und Körperfett bei der gealterten Katze zu hervorstehenden Knochenvorsprüngen. Lagern diese zu lange auf einem harten, ungepolsterten Untergrund, sind Schmerzen die Folge. Daher ist besonders bei Katzensenioren das Bereitstellen eines weichen Ruheplatzes wichtig. Weiche und die Wärme speichernde Füllmaterialien sind für die Betten der Senioren besonders empfehlenswert. Durch den verminderten Körperfettanteil neigen einige Senioren zum Frieren. Besonders in den kälteren Jahreszeiten werden dann beheizbare Liegeplätze bevorzugt aufgesucht.

Anpassung der Katzentoilette an die Bedürfnisse des Alters

Die altersbedingten Mobilitätsprobleme erschweren häufig den Gang zur Katzentoilette. Allein schon ein erhöhter Einstieg ist für so manchen Katzensenior ein schwer überwindbares Hindernis. Eine Katzentoilette mit möglichst bodennahem Einstieg ist daher in vielen Fällen notwendig. Anpassungen können auch bei der Wahl des Katzenstreus erforderlich sein. Härtere Materialien behindern den Senior beim längeren Stehen oder Graben. Feinkörniges, sandiges Katzenstreu ist daher die bessere Wahl. Weiterhin ist es ratsam, die Toilette nicht allzuweit entfernt von den bevorzugten Aufenthaltsplätzen des Katzenseniors aufzustellen.

Besondere Pflegemaßnahmen für gealterte Katzen

Wenn die Gelenke steifer und weniger flexibel werden, putzen sich zahlreiche Katzensenioren nicht mehr so ausgiebig wie in jüngeren Jahren. Anfangs vernachlässigen sie besonders schwer erreichbare Stellen wie den Rücken und Schwanz, später den gesamten Körper. Erschwerend kommt hinzu, dass die altersbedingte geringere Produktion von Hautfett vermehrt kleinere Fellknötchen im ausgetrockneten, stumpfen Haarkleid des Seniors hinterlässt. Beides erfordert regelmäßiges Bürsten und das Pflegen mit einem leicht feuchten Waschlappen, welcher das Putzen ersetzen kann. Auf Fellknötchen sollte besonders in den Armbeugen, auf dem Bauch und im Pobereich geachtet werden. Bei älteren Langhaarkatzen ist auch die Entfernung größerer Fellmengen in diesen Arealen ratsam.

Die Krallen der Seniorenkatze sind oft spröde und übermäßig stark wachsend. Daher sollten die Krallen der Seniorenkatze regelmäßig kontrolliert und gekürzt werden.

Wichtig ist auch die regelmäßige Zahn- und Zahnfleischpflege. Da Entzündungen in der Maulhöhle ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko darstellen, erfordern sowohl beschädigte Zähne als auch entzündete Regionen des Zahnfleischs eine tiermedizinische Behandlung. Nach solch einem Eingriff und zu dessen Vorbeugung hilft regelmäßiges Zähneputzen. Hierfür gibt es speziell auf die Bedürfnisse von Katzen ausgelegte Zahncremes.

Alterstypische Beschwerden des Bewegungsapparates

Über 90 Prozent der Katzen über 12 Jahre leiden an Arthrose. Bei dieser Erkrankung werden die Gelenkknorpel der Katze verschleißbedingt geschädigt. Im fortgeschrittenen Stadium der Arthrose gehören oft Bewegungseinschränkungen und Schmerzen zu den Folgeerscheinungen. Die Symptome für schmerzhafte Zustände sind bei Katzen  mitunter nur schwer zu erkennen.

Mögliche Anzeichen von Schmerzen bei der Katze sind:

  • Vermeiden von Sprüngen und dem Erklimmen von Erhöhungen
  • steife Bewegungen, besonders nach dem Aufstehen
  • Verlust der Spielfreude
  • übermäßig langes Ruhen an einem einzelnen Liegeplatz
  • geschwollene, warme Gelenke
  • übermäßig großes Schlafbedürfnis
  • Vernachlässigen der Fellpflege oder übermäßiges Benagen einzelner Körperregionen
  • nachlassendes Interesse am Menschen oder anderen Katzen
  • Desinteresse am alltäglichen Leben
  • dauerhaft erweiterte Pupillen
  • Hecheln

Bei einem oder mehreren dieser Anzeichen sollte eine Tierarztpraxis aufgesucht werden, um der Katze schnellstmöglich durch geeignete Therapiemaßnahmen zu helfen.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

Um viele der häufig auftretenden Erkrankungen bei Katzensenioren behandeln zu können, ist eine frühzeitige Diagnose dieser notwendig. Eine eingeschränkte Nierenfunktion sollte so noch vor dem Einsetzen deutlicher Symptome entdeckt werden. Daher sind für den Senior auch ohne konkrete Beschwerden halbjährig erfolgende Besuche bei einem Tierarzt oder einer Tierärztin ratsam. In fast der Hälfte der Vorsorgeuntersuchungen werden bei gealterten Katzen behandlungsbedürftige Erkrankungen aufgedeckt. Daher wird empfohlen, mindestens einmal alle 6 Monate die Seniorenkatze in einer Tierarztpraxis vorzustellen.

Bei folgenden Symptomen ist ein umgehender Termin bei einem Tierarzt oder einer Tierärztin anzuraten:

  • plötzlicher Gewichtsverlust
  • erhöhter Trinkbedarf
  • sehr häufiges Urinieren
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Lethargie
  • Unvermögen, Futter zu kauen oder abzuschlucken
  • starke Schwäche
  • Husten

Maßnahmen gegen den geistigen Abbau der Katze

Mit einem steigenden Lebensalter geht auch ein zunehmend deutlich bemerkbarer geistiger Abbau einher. Während in einer Untersuchung 36 Prozent der Katzen unter 15 Jahren deutliche Symptome eingeschränkter mentaler Fähigkeiten aufwiesen, waren es bei den über 15-jährigen Katzen schon 50 Prozent. Zu den typischen Anzeichen gehören grundlose, lang andauernde Lautäußerungen, der Verlust der Stubenreinheit und Orientierungslosigkeit. Die Katze zeigt sich dann selbst in bekannter Umgebung verwirrt und läuft häufiger gegen Hindernisse in der Wohnung. Um dem Verlust geistiger Fähigkeiten frühzeitig entgegenzuwirken, haben sich Nahrungsergänzungsmittel mit zellschützenden Bestandteilen wie Omega-3-Fettsäuren als sinnvoll erwiesen. Weiterhin hilfreich ist die gezielte Beschäftigung und mentale Förderung der Seniorenkatze. Diese Maßnahmen entschleunigen den Abbau von Nervenzellen im Gehirn.

Geeignete Beschäftigungsmaßnahmen sind:

  • Spielen mit neuen Spielzeugen
  • direkte Interaktion mit dem Menschen oder Artgenossen
  • Jagdspiele
  • speziell für Katzen entwickelte Futter-Puzzle und Futterlabyrinthe
  • Clickertraining

Die gemeinsamen Aktivitäten mit ihrem Menschen sind also sehr gewinnbringend für Katzensenioren. Auch das Zusammenleben mit einer weiteren Katze ist oft von Vorteil. Allerdings gilt das vor allen Dingen für Katzen, die schon vor dem Eintritt in das Seniorenalter gemeinsam in einem Haushalt gelebt haben. Eine Vergesellschaftung der Seniorenkatze mit einer fremden Katze sollte umsichtig und behutsam erfolgen. Ein zu großer Altersunterschied hat dabei meist einen negativen Einfluss auf das Verhältnis der Tiere untereinander und ist zu vermeiden.

Trotz der einen oder anderen körperlichen Einschränkung ist die gemeinsame Zeit mit einer älteren Katze in der Regel mit viel Freude verbunden. Zudem zeigen sich ältere Katzen oft als besonders anhänglich. Geistige Beschäftigung, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und eine angepasste Fütterung helfen, die Katze unter besten Umständen altern zu lassen.

Quellen

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Kerrigan L (2015) Care of ageing patients: general considerations for nursing. Vet Times November 3:1–8

Allbrook, A. (2016). Geriatric cats: Care within the veterinary practice. The Veterinary Nurse, 7(3), 164-167. doi:10.12968/vetn.2016.7.3.164

Benito J, Hansen B, depuy V, et al. (2013) Feline musculoskeletal pain index: responsiveness and testing of criterion validity. J Vet Intern Med; 27: 474–482.

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